Rum-Geschichte

Während man die Lebensläufe von Whisky und Cognac nahezu zweifelsfrei nachvollziehen kann, sieht es beim Rum ganz anders aus. Bei Whisky und Cognac sind Entstehung, Herstellung und Herkunft ins kleinste Detail in unzähligen Aufzeichnungen beschrieben. Ganz anders verhält es sich da leider beim Rum. Bei seiner Geschichte ist man oft auf Mutmaßungen und Vermutungen angewiesen. Allein für die Namensgebung finden sich mindestens drei Varianten, die mehr oder weniger plausibel klingen.

Die erste Variante führt den Begriff Rum auf das dem malaysischen Wort "brum" ab, welches ein aus Zuckerrohrsaft hergestelltes Getränk bezeichnet, das dort schon sehr lange konsumiert wird. Über niederländische Seefahrer könnte dieser Begriff nach Europa gelangt sein.

Die englischen Begriffe "rumbustious behaviour" und "rumbullion" bilden die Grundlage für eine zweite Vermutung. Sie beziehen sich auf die möglichen Auswirkungen des übermäßigen Rumgenusses: Zügelloses Verhalten und Aufruhr.

Der dritte Erklärungsansatz dagegen ist kurz und knackig: Die lateinische Bezeichnung für Zuckerrohr lautet "Saccharum officinarum", da bietet sich die Verkürzung zum "Rum" quasi von selbst an.

Der Ursprung des Rums kann auf die Zuckerrohrplantagen der Karibikgefunden werden. Im 17. Jahrhundert entdeckte man, das man aus Melasse, einem Nebenprodukt der Zuckerherstellung, die den Grundstoff des Rums bildet. Dieser Ur-Rum, der "Tafia" genannt wurde, hat mit dem heute bekannten Rum nur sehr wenig gemein. Dieses starke und scharfe Getränk verursachte einen starken Rausch, aber von Genuss kann nicht die Rede sein. Die Sklaven, die unter unmenschlichen Bedingungen auf den Plantagen arbeiten mussten, nutzen es um wenigstens ihr Elend erträglicher zu machen.

 

Karibik

 

Etwa zeitgleich entdeckten die Menschen in England und Nordamerika das Getränk, vor allem der niedrige Preis sprach für sich. Die feine Gesellschaft blieb jedoch lieber bei Cognac und Brandy. Rum war ein Getränk der einfachen Leute und der Seeleute und Piraten. Interessant ist die Tatsache, dass sowohl die Piraten, als auch die britische Seeflotte auf Rum als Motivationsgetränk ihrer Mannschaft setzten. Die Tradition der täglichen Ration Rum wurde erst 1970 bei der Royal Navy aufgegeben.

Dieses Randdasein änderte sich jedoch, als Admiral Edward Vernon 1740 anordnete, den ausgegebenen Rum mit Wasser, Zucker und Limettensaft zu strecken. Das war der Startschuss der Mixgetränke auf Rumbasis. Sie eroberten später in Form von Punsch und Cocktails die feinen Gesellschaften auf der ganzen Welt.